Unzertrennliche / Agaporniden, die in freier Wildbahn leben, legen am Tag mehrere Kilometer im Flug zurück. In Gefangenschaft ist es natürlich nicht möglich, die Vögel mehrere Kilometer frei fliegen zu lassen. Dies würden sie mit großer Sicherheit nicht überleben. Darum ist jeder Vogelhalter "verpflichtet" seine eigenen Vögel, so gut es geht, artgerecht zu halten. Artgerecht heisst nicht, seine Vögel in solche "Mini-Käfige" zu stecken, wie hier rechts zu sehen ist.
falsche Unterbringung
 
Es werden im Handel leider zu viele solcher "Mini-Käfige" angeboten und von vielen Leuten auch gekauft. Meistens weil sie schön bunt sind und viel schönes Spielzeug drin hängt. Und genau diese Einstellung ist falsch. Ein Käfig sollte nicht gekauft werden, weil er einem selbst gefällt, sondern er muss dem Vogel gefallen der drin sitzen muss. Dem Vogel ist es egal, ob der Käfig blau oder rot, und das Plastikspielzeug grün oder gelb ist. Es ist ihm aber nicht egal, ob er nur von einer Stange zur zweiten springen kann und zurück, welche gerade einmal 10cm voneinander entfernt sind. Doch genau mit diesen Problemen haben wir uns nachfolgend beschäftigt.

 

Der Käfig    
     

Hier heisst es, so klein wie nötig, aber so gross wie möglich. Ein Vogelkäfig sollte wenigstens so gross sein, dass ein Vogel mehrere Flügelschläge tun muss, um von einer Sitzgelegenheit zu einer anderen zu kommen. Dies ist bei Käfigen wie oben abgebildet nicht der Fall. Deshalb sollte man sich vor dem Kauf zu Hause genau umsehen, wo man einen Käfig oder sogar eine Voliere aufstellen könnte. Einen "Mini-Käfig" zu kaufen, und ihn dann auf ein Fensterbrett zu stellen mag zwar schön anzusehen sein, aber überlegen Sie einmal, wie sich der Vogel fühlt, wenn draußen täglich an ihm viele viele Vögel vorbeifliegen. Er wird sich nicht darüber freuen, dass ist sicher. Deshalb sollte man seinem Vogel sehr viel mehr Platz zum Leben geben, als einen "Mini-Käfig", den er vielleicht sein Leben lang nur von innen sehen wird.

Als Faustregel gilt, pro Agapornidenpärchen sollte wenigstens eine Käfiggröße von ca. 1m³ zur Verfügung stehen. Je größer umso besser. Am besten ist eine Voliere. Wer keinen Platz oder zu hellhörige Nachbarn für eine Außenvoliere hat, sollte über eine Zimmervoliere nachdenken. Im Handel gibt es einige Anbieter, welche komplette Volieren anbieten, oder aber auch nur einzelne Volierenteile verkaufen, damit man sich seine eigene Voliere zusammen stellen kann. Die Standardmaße für solche Volierenbauteile sind 1 x 2m, auf Nachfrage fertigt der Hersteller auch Bauteile mit Sondermaßen. Dass eine Zimmervoliere mind. 10mal so teuer ist, wie ein normaler Käfig ist nicht von der Hand zu weisen, aber wenn man sich auf so ein schönes Hobby einlässt, sollte man nicht an der falschen Stelle sparen.

Wer etwas Zeit hat und auch ein wenig handwerkliches Geschick besitzt sollte mal darüber nachdenken, eine Voliere selbst zu bauen. Aus Holz zum Beispiel. Es gehört nicht sehr viel dazu, eine Voliere aus Holz zusammen zu bauen. Jeder, der schon einmal einen Hammer oder eine Bohrmaschine in der Hand hatte, bekommt auch eine selbstgebaute Voliere hin.

     
Hier ein paar Beispiele für selbstgebaute Zimmervolieren:
     
     
Niemand weiss alles! Auch wir haben 1999 mit nur einem Vogel und einem "Mini-Käfig" angefangen. Da wir niemanden hatten, der sich mit sowas auskannte. Erst nach und nach haben wir gelernt, was es heisst, seine Vögel artgerecht zu halten. Und damit andere Leute nicht den selben Fehler machen, den wir damals gemacht haben, haben wir dies hier festgehalten.
     
     
Das Spielzeug    
     
In einem Käfig oder in einer Voliere hat Plastikspielzeug nichts verloren. So etwas gehört nicht in einen Vogelkäfig. Ebenso Plastiksitzstangen. Goldene Glöckchen oder kleine Spiegel haben genau so wenig etwas in einem Vogelkäfig verloren. Maximal kann dadurch das Verhalten des Vogels gestört werden, wenn er mit einem Spiegel kusselt, anstatt mit einem Partner. Agaporniden haben einen gewissen Nagetrieb, den können sie nicht an Plastikspielzeug ausleben. Holz ist das "Zauberwort". Plastiksitzstangen sollten durch Zweige oder Äste von Obstbäumen oder Weiden ersetzt werden, durch die unregelmäßige Form eines Astes trainiert der Vogel seine Krallen. Schmeißen Sie bunte Spiegel, Glöckchen oder gar Plastikvögel weg. Kreativität ist gefragt. Und auch hier ist das Stichwort wieder Holz. Schauen Sie sich mal in Bastelläden um. Sie werden sehen dort gibt es jede Menge an Holz, was ideal für Ihren Vogel zum spielen bzw. beschäftigen wäre. Ob geflochtene Holzringe, Bälle, Korkrinde oder einfach nur diverse Formen aus Holz. Geben Sie sich einen Ruck und basteln Sie das Spielzeug für Ihren Vogel selbst. Sicher hat nicht Jeder die Zeit sich hinzusetzen und für seinen gefiederten Freund stundenlang zu basteln, aber notfalls gibt es auch in diversen Zooläden Holzspielzeug zu kaufen.
     
Hier einige Beispiele für Spielzeug:    
     
     


Und hier noch ein paar Beispiele für Innenvolieren und Aussenvolieren.